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DIE WIENER KAFFEEHAUSKULTUR


 

Schenkt man den Wienern Glauben, so gelang es ihnen den Türken auf ihrem Rückzug nach erfolgloser Belagerung Säcke mit Kaffeebohnen abzuringen. Ob es sich tatsächlich so zugetragen hat, oder ob die Geschichte nicht etwa doch eine Mähr ist, darauf möchten wir nicht weiter eingehen. Fakt ist jedoch, dass es Wien bzw. den Wienern samt ihren vielbesungenen goldenen Herzen gelang, mit dem Kaffeehaus eine Institution zu schaffen, die weltweit als einzigartig gilt.

Es ist kein gewöhnliches Lokal, es ist ein Wahrzeichen, das symbolisch für die Kaiserstadt steht, wie etwa der Stephansdom, das Riesenrad oder die Lipizzaner. In einem typischen Wiener Kaffeehaus Platz zu nehmen bedeutet weit mehr, als nur Kaffee zu trinken oder Kuchen zu essen. Man atmet hier die Luft eines speziellen Lebensgefühls, in einem sozialen und kulturellen Hort der entspannten Ruhe, abseits von täglichem Lärm und Tumult. Das spezielle Ambiente der Marmortischchen, Thonet Stühle, Spiegel, das gedämpfte Licht der Leuchten aus der Jugendstil Epoche, sowie leichte Musik von Johann Strauss und seinen Zeitgenossen verwöhnen den Gast bereits beim Betreten des Cafés und vermitteln eine wohlige Atmosphäre aus längst vergangener Zeit.

“Im Kaffeehaus sitzen Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen!”

— Alfred Polgar

“Dieses kleine Kaffeehaus am Rauriser Marktplatz widmen wir unseren Großeltern, vor allem unserer lieben Großmutter Friederike Heitzmann. Sie stammte aus dem Großraum Wien und kam während des 2. Weltkrieges nach Rauris, wo sie den Wirt und Kaufmann Toni Heitzmann kennen und lieben lernte. Obgleich das Rauriser Tal zu ihrer geliebten neuen Heimat wurde, träumte und erzählte sie oft von Wien. Sie schwärmte von der Kaiserstadt und all ihren Facetten, vom Wiener Schmäh und der höfischen Manier der K&K Monarchie und weckte in uns nicht zuletzt dadurch unsere Begeisterung für die Wiener Musik.

Ihr feines, edles Auftreten voller Eleganz und Noblesse, die stets sorgfältig ausgewählte Garderobe sowie ihre dezente aber beherzte Erscheinung faszinierte uns und befeuerte bereits in jungen Jahren unser Interesse an dieser von ihr so bewunderten Stadt. An diese Eindrücke erinnern wir uns mit Dankbarkeit bis heute und setzen ihr deshalb mit dem Café Heitzmann posthum ein kleines Denkmal. Unser Bestreben dabei ist, die Essenz der Wiener Kaffeehaus Kultur einzufangen und als verbindende Botschafter ins Hochgebirge zu tragen. Wir hoffen, Sie fühlen sich in diesem neuen Rauriser Refugium wohl und wünschen Ihnen bereits vorab einen angenehmen Aufenthalt im Café Heitzmann.”

Ihre Brüder Lanner